Cupping im Yoga verbindet die jahrtausendealte Schröpftechnik mit bewusster Bewegung: Der Unterdruck der Cups löst verklebtes Gewebe, die körperlichen Übungen unterstützen die Methode. Für viele ist das genau die fehlende Verbindung zwischen reiner Körperarbeit und echter Bewegungspraxis, die weder die eine noch die andere Methode allein leisten kann. In diesem Beitrag erfährst du, was hinter Cupping steckt, wie es auf deine Faszien wirkt, für wen es geeignet ist und wie du es selbst lernen kannst.
In diesem Beitrag
ToggleWas ist Cupping (Schröpfen) eigentlich?
Cupping ist die moderne Variante einer jahrtausendealten Technik. Beim Cupping werden kleine Schröpfcups aus Silikon auf die Haut gesetzt und erzeugen dort einen Unterdruck. Die Haut und das darunterliegende Gewebe werden dadurch bewegt und verschiedene Körperprozesse werden aktiviert. Im Gegensatz zu einer klassischen Gewebemassage wird mit Unterdruck statt mit Druck gearbeitet.
Ursprünglich basiert die Technik auf dem Schröpfen, wie es in der traditionellen chinesischen Medizin seit Jahrtausenden praktiziert wird, aber auch im alten Ägypten und bei den Griechen bereits bekannt war. In der TCM gilt Schröpfen als sogenanntes ausleitendes Verfahren, das Blockaden im Energiefluss lösen soll. Die moderne Cupping-Variante mit Silikon-Cups ist dabei meist deutlich sanfter als das klassische, oft mit Hitze arbeitende Schröpfen, richtet sich aber nach demselben Grundprinzip.
Bekannt wurde Cupping im Westen vor allem durch den Spitzensport, spätestens seit Schwimmer bei Olympia mit den charakteristischen runden Abdrücken auf der Haut auffielen. Seitdem hat sich die Methode aus der Physiotherapie und dem Leistungssport auch in Wellness, Beauty und eben zunehmend in der Yogapraxis verbreitet.
Wie wirkt Cupping auf Faszien und Bindegewebe?
Der Unterdruck, den die Cups erzeugen, macht etwas, was klassische Massage nicht kann. Er zieht die oberen Gewebeschichten sanft nach oben, statt sie zusammenzudrücken. Gewebeschichten werden gedehnt, wodurch Verspannungen gelöst und verschiedenste körperliche Probleme bearbeitet werden können. Verfestigungen im Fasziengewebe entstehen im Alltag leicht, durch einseitige Bewegung, durch Stress, durch zu wenig Abwechslung in der Haltung, und genau dort setzt Cupping an.
Zusätzlich regt der Sog die lokale Durchblutung an. Mehr Blut bedeutet mehr Sauerstoff und Nährstoffe im Gewebe. Gleichzeitig wird der Lymphfluss unterstützt und Stoffwechselabfälle werden abtransportiert. Für verspanntes, wenig durchblutetes Gewebe ist das oft genau der Reiz, der wieder Bewegung ins System bringt.
Das erklärt auch, warum Cupping so gut zum aktuellen Faszientraining-Trend passt. Wo lange Zeit die harte Faszienrolle das Mittel der Wahl war, geht der Trend inzwischen spürbar in eine sanftere Richtung. Fließende, ziehende und vor allem vielfältige Reize statt Druck und Schmerz. Cupping fügt sich genau in diese Entwicklung ein, als eine Methode, die das Gewebe einlädt, sich zu lösen.

Cupping und Yoga: Wie lässt sich das sinnvoll kombinieren?
Die meisten Cupping-Anbieter kommen aus der Physiotherapie, aus dem Massage- oder Beauty-Bereich. Was dort oft fehlt, ist der Blick über den Körper hinaus oder, besser gesagt, tief ins Innerste hinein. Genau hier setzt die Verbindung zum Yoga an. Cupping löst Gewebe und schafft Raum, Yoga füllt diesen Raum wieder mit bewusster, achtsamer Bewegung und Wahrnehmung des Körpers. Beides zusammen wirkt oft tiefer als jede der beiden Methoden für sich allein.
In der Praxis kann das ganz unterschiedlich aussehen. Manche setzen die Cups gezielt vor einer Yin Yoga Einheit ein, um verklebtes Gewebe vorzubereiten, bevor es in den langen, passiven Halte-Positionen sanft gedehnt wird. Andere nutzen Cupping eher im Nachgang, um nach einer intensiveren Praxis Verspannungen zu lösen, die sich über Tage oder Wochen aufgebaut haben. Wieder andere integrieren einzelne Cupping-Techniken direkt in den Unterricht, etwa an Schultern oder am Rücken, wo Yogaschülerinnen besonders häufig festsitzen.
Was diese Kombination so besonders macht, ist der Blick auf den ganzen Menschen statt auf ein einzelnes verspanntes Areal. Wer sowohl Faszientrainerin als auch Yogalehrerin ist, sieht nicht nur, wo sich das Gewebe verklebt hat, sondern auch, welche Haltung, welche Bewegungsgewohnheit oder welches emotionale Muster dahinterstecken könnte. Diese Verbindung aus Körperarbeit und Bewegungspraxis ist es, die Elisas Zugang zu Cupping von rein handwerklichen Anwendungen unterscheidet, unterstrichen auch durch ihre Mitgliedschaft bei Cupping.Rocks e.V. mit Schwerpunkt Körper- und Bewusstseinsarbeit.

Für wen ist Cupping geeignet, und wo sind die Grenzen?
Für die meisten Menschen ist Cupping gut verträglich, mit eher milden Nebenwirkungen wie vorübergehenden Rötungen oder kleinen blauen Flecken, die nach ein paar Tagen wieder verschwinden. Trotzdem gibt es Situationen, in denen du besser darauf verzichtest oder vorher ärztlichen Rat einholst.
Bist du schwanger, sollte der untere Rücken- und Bauchbereich nicht ohne Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt behandelt werden. Hast du Krampfadern oder entzündete Venen, sollten die Cups diese Stellen meiden, weil der Unterdruck dort die Gefäßwände zusätzlich belasten kann. Auch bei offenen Wunden, Hautinfektionen oder frischem Sonnenbrand ist Cupping keine gute Idee, ebenso wenig bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bekannten Blutgerinnungsstörungen. Nimmst du Kortison oder bestimmte Medikamente, die deine Haut dünner oder deine Blutgefäße empfindlicher machen, sprich vorher kurz mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Dieser Beitrag ersetzt keinen Arztbesuch und keine individuelle Beratung. Bist du dir unsicher, ob Cupping für dich geeignet ist, hol dir vorher fachlichen Rat. Das gilt besonders bei bestehenden gesundheitlichen Vorbelastungen.
Cupping lernen: Wie läuft die Fortbildung ab?
Bei Körpergefühl kannst du dir aussuchen, wie tief du einsteigen willst. Modul 1 vermittelt die Grundlagen zu Faszien und Cupping. Wer tiefer gehen möchte, findet in Modul 2 Vertiefung und Spezialwissen. Wenn du ohne Vorwissen kommst, ist es am besten, wenn du dich gleich für die gesamte Fortbildung entscheidest, denn neben der preislichen Ersparnis erhältst du so einen umfangreichen Gesamtblick auf das Thema und eine solide Einführung in die Methode mit Übungspraxis.
Beide Module sind online via Aufzeichnung absolvierbar. Damit lässt sich die Fortbildung genauso flexibel in deinen Alltag einbauen wie die anderen Online-Formate bei Körpergefühl.

Häufige Fragen zu Cupping im Yoga
Cupping ist im Kern eine modernere, meist sanftere Form des klassischen Schröpfens. Während traditionelles Schröpfen oft mit Hitze und stärkerem Unterdruck arbeitet, nutzt Cupping Silikon-Cups, die sich leichter dosieren lassen. Für das Cuppen mit Silikon-Cups wird keine Unterdruckpumpe benötigt und es ist gut zur Selbstanwendung geeignet.
Der Unterdruck hebt die oberen Gewebeschichten sanft an und löst dadurch Verklebungen zwischen den Faszienschichten. Gleichzeitig wird die lokale Durchblutung angeregt, was die Versorgung des Gewebes verbessert.
Vorsicht ist geboten bei Schwangerschaft im Bauch- und unteren Rückenbereich, Krampfadern, offenen Wunden, Hautinfektionen, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Blutgerinnungsstörungen. Im Zweifel gilt, vorher ärztlichen Rat einzuholen.
Cupping kann vor einer Yin Yoga Einheit eingesetzt werden, um Gewebe vorzubereiten, oder danach, um Verspannungen zu lösen. Manche integrieren einzelne Techniken auch direkt in den Unterricht, zum Beispiel im Yin Yoga.
Die aktuellen Preise für Modul 1 und Modul 2 findest du direkt auf der Fortbildungsseite Online Fortbildung Cupping. Für beide Module sparst du zusätzlich etwas, als wenn du sie einzeln erwirbst. Alle Formate laufen online mit mehreren Monaten Zugriff und persönlicher Betreuung.
Bleib dran
Faszienarbeit und Cupping sind keine einmalige Sache, sie entfalten ihre Wirkung erst mit der Zeit. Wenn du regelmäßig Impulse zu deiner Praxis, neuen Terminen und Hintergrundwissen bekommen willst, trag dich hier ein: