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Werte leben

    wie du deine werte lebst

    WERTvoll oder wertlos? Sollte man seine eigenen Werte leben?

    Wie war das jetzt nochmal, ich soll doch zu meinen Bedürfnissen stehen und meine Werte leben, oder? Aber eigentlich soll ich auch mein Ego loslassen, mich zurücknehmen, damit ich mehr aus meinem wahren Ich heraus lebe und handle. Die Stimme des Herzens sprechen lassen, also die der Seele… aber was wird dann aus meinem Glück? Ist man glücklich, wenn man das Ego losgelassen hat?

    Puh. So viele Theorien und manchmal ganz schön schwer sich zurechtzufinden, oder? Ich möchte heute kurz und knapp über Werte und Bedürfnisse sprechen, weil sie wichtig sind und ein bisschen Ordnung in das Chaos der Erleuchtung bringen.

    Werte und Bedürfnisse sind ein Teil des Egos

    Ego? Hab ich nicht mehr, bin doch erleuchtet 😉 Wenn man sein wahres Ich erkennen will, muss man sein Ego aufgeben!

    Muss man? Muss man nicht. Wer behauptet kein Ego mehr zu haben, ist sicher alles andere als erwacht. Das Ego wird man nicht los, man kann maximal lernen es zu kontrollieren, aber dazu muss man es zuerst wirklich gut kennen.

    Jeder Mensch hat Werte und Bedürfnisse, die gesehen und gelebt werden wollen. Du bist nicht erleuchtet, wenn du sie immer nur unterdrückst. Du brauchst das Ego, es ist Teil dieser Welt, die du deine Realität nennst. Erleuchtung bedeutet vereinfacht gesagt zu erkennen, dass man nicht das Ego ist, aber es als Teil von uns existiert und immer existieren wird. Wir brauchen unser Ego für Erfahrungen in dieser Welt und das Ziel ist nicht, all seine Bedürfnisse zu unterdrücken. Laut der Yogaphilosophie ist nicht das Ego der Ursprung unseres Leids, sondern die Tatsache, dass wir nicht mehr zwischen Ego und Seele unterscheiden können und uns so sehr mit unseren egoistischen Bedürfnissen identifizieren. Yoga ist eine ziemlich logische Anleitung zurück zu der Erkenntnis, was wohin gehört, also welche Teile die Bedürfnisse und Werte des Egos sind und welche die Seele. Unsere Welt ist wie ein Traum, in dem wir vergessen haben, dass wir Träumer sind, deshalb spricht man auch oft vom Erwachen. Das hat aber nichts damit zu tun, auf magische Weise unsere Werte wegzumeditieren.

    Was sind eigentlich meine Werte?

    Die eigenen Werte sollte man kennen und verstehen lernen, um sie zu leben. Hinter jedem Wert steht irgendwo ein Bedürfnis, es gibt essenzielle Grundbedürfnisse, die kann man nur schwer übergehen und es gibt weniger intensive Bedürfnisse. Werte leben ist nicht unwichtig, denn lebst du sie nicht, macht dich das auf Dauer unglücklich. Aber weil wir alle unsere Werte so unterschiedlich definieren, funktioniert es nicht in eine Richtung. Werte können sich ändern und du musst sie auch nicht alle kennen. Es ist ein Spiel, manchmal ein Spiel mit dem Feuer. Wann sollte man das Ego voll rauslassen und wann besser unterdrücken? Tja, dafür gibt es keine Regeln, aber gute Spielzüge sind wohl Verständnis und Milde, mit dir selbst und anderen. Weniger urteilen und mehr versuchen zu verstehen, dass jeder Mensch auf Basis seiner eigenen Werte handelt und wir sogar für einen Wert ganz unterschiedliche Definitionen haben können.
     

    Es reicht nicht einen Wertetest im Internet zu machen, um die eigenen Werte kennenzulernen, sondern es braucht Zeit, Achtsamkeit und auch den Willen verstehen zu wollen. Viele Werte entstehen schon ganz früh, in deiner Kindheit. Du lernst von deinen Eltern und auch von der Gesellschaft. Alles, was uns geschieht, formt uns immer weiter und deswegen sind wir immer in Veränderung. Und das zeigt auch ganz deutlich, dass Werte eindeutig Teil des Egos sind: Alles, was sich verändert, ist nicht Teil der Seele, denn das wahre Ich ist unveränderlich und ewig.

    Aber nicht immer leben wir unsere wahren Werte, sondern solche, die wir gerne als unsere Werte haben würden. Weil sie sich gut anfühlen, sie gesellschaftlich akzeptiert sind oder weil uns jemand eingeredet hat, dass es unsere Werte wären. Deine echten Werte sind nur die, für die du dich wirklich in Bewegung setzt. Für die du alles geben und opfern würdest, die ein richtiges Feuer in dir entfachen!

    Das Spiel mit den Werte und dem Egos

    Niemand ist je verpflichtet, dir bei der Erfüllung deiner Werte zu helfen, aber es ist dein Recht, sie erfüllen zu wollen und deiner inneren Motivation nachzugehen. Du darfst immer für deine Werte losgehen, solltest dir aber über die Motivation dahinter bewusst sein, also dass du damit die Bedürfnisse deines Egos befriedigst, was voll in Ordnung und manchmal wichtig ist. Das heißt nicht, dass du egoistisch alles für ihre Erfüllung hinwerfen sollst oder Menschen knallhart vor den Kopf stoßen. Wahrscheinlich verletzt du dadurch nur andere deiner Bedürfnisse und es gibt bessere Wege, zum Ziel zu kommen. Tatsächlich gibt es eine magische Praxis, die das Spiel mit Werten und dem Ego auf wundersame Weise würdevoll und ehrlich macht: Sie nennt sich Kommunikation.

    Stehst du zu deinen Werten? Bist du mutig genug, sie zu äußern? Wovor hast du Angst? Nicht für jeden Wertekonflikt ist Kommunikation die Lösung, aber denk mal nach: Wie oft hast du schon einen Wert verraten und warum? Welche Angst hindert dich daran, diesen Wert zu leben? Die Angst, die Harmonie zu zerstören? Verlassen zu werden? Anerkennung zu verlieren? Denk nach … in welchem Bereich würdest du gern mehr deine Werte leben?

    Lebe ich alle meine Werte? Absolut nicht, ich stehe gerade erst am Anfang und lerne sie kennen. Es ist erlaubt, sich auszuprobieren und solange man immer wieder zu dem bewussten Gedanken zurückkommt, was Werte eigentlich sind und wo sie herkommen… was soll schiefgehen?

    Kennst du deine Werte? Was sind deine wichtigsten Werte im Leben? Lebst du sie schon oder was hemmt dich?

    Ich freue mich über Austausch in den Kommentaren.

    Wenn du gerne mehr über dein Wertesystem lernen möchtest, deine wahren Werte kennenlernen und prüfen, welche du schon lebst und wo es noch Potenzial nach oben gibt, kann ich dich als Coach begleiten. Ich freue mich deine Geschichte zu hören und vielleicht gehen wir deinen Weg ein Stück gemeinsam in einem Coaching.

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